Glossar

Humorale Immundefekte


B-Lymphozyten und Immunglobuline

Die B-Zellen sind spezialisierte Lymphozyten, die spezifische Abwehrstoffe (Immunglobuline) produzieren. Die B-Zellen werden im Knochenmark gebildet und wandern später in verschiedene lymphatische Organe aus (Lymphknoten, Milz, lymphatisches Gewebe des Magen-Darmtraktes).

Die B-Zellen werden von Krankheitserregern stimuliert und wandeln sich in sogenannte Plasmazellen um, die dann wiederum Immunglobuline (Ig) produzieren. Manche dieser Plasmazellen werden zu B-Gedächtniszellen, die wie der Name schon sagt das immunologische Gedächtnis bilden und bei erneutem Kontakt mit dem gleichen Krankheitserreger sofort spezifische Immunglobuline produzieren können.

Die Immunglobuline können im Blut sowie auf den verschiedenen Schleimhäuten und in verschiedenen Körpersekreten wie Speichel nachgewiesen werden. Es gibt verschiedene Arten von Immunglobulinen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Abwehr von Viren (IgM, IgA und IgG) sowie bei der Abwehr von Wurmerkrankungen und bei der Ausbildung von allergischen Erkrankungen (IgE):

IgG: Das IgG kann in verschiedene Subklassen unterteilt werden (IgG1, IgG2, IgG3, IgG4). Das IgG hat den grössten Anteil an den gesamten Immunglobulinen. Es wird unter anderem von der Mutter an das ungeborene Kind weitergegeben, dadurch ist das Neugeborene in der ersten Lebensperiode, wo es noch eine unzureichende eigene Produktion an Immunglobulinen zeigt, gegen die Erreger geschützt, denen die Mutter bereits ausgesetzt war (siehe Grafik).

IgA: Das IgA findet man vor allem in den Körpersekreten wie Speichel und Verdauungssäfte. Es wird von den Schleimhäuten gebildet. Es wird unter anderem von der Mutter über die Muttermilch vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt an das Neugeborene weitergegeben. So ist dessen Magen-Darmtrakt gegen verschiedene Erreger geschützt.

IgM: Das IgM ist das grösste Immunglobulin und wird bei Kontakt mit Erregern als erstes gebildet und dient somit der frühen Diagnose von Infektionskrankheiten. Ein hoher Wert an IgM wird bei Patienten mit einem bestimmten Immundefekt (Hyper-IgM-Syndrom) gefunden.

IgE: Das IgE findet man vor allem in hohen Konzentrationen bei Patienten mit allergischen Erkrankungen sowie bei Patienten mit Infektionen wie Wurmerkrankungen. Es gibt einen Immundefekt, bei dem aus noch unbekanntem Grund eine sehr hohe Konzentration an IgE gefunden wird (Hyper-IgE-Syndrom).

IgD: Die Funktion dieses Immunglobulins ist bisher unbekannt. Ein hoher Wert an IgD wird bei Patienten mit einem bestimmten periodischen Fiebersyndrom, dem Hyper-IgD-Syndrom gefunden.

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10/7/09